Jenny vs. Tante Tina

Eine Studie-zwei Berichte!

„Und dann wollte ich nicht mehr nur darüber reden, sondern Bilder sprechen lassen“!

Für welches Foto entscheidet Ihr Euch beim ersten Kuss?

 

Ja, diese ewigen Diskussionen über Sinn und Unsinn eines professionellen Fotografen finde ich, als Fotograf, anstrengend. Das Internet und vor allem Facebook Gruppen sind voll mit diesem Thema. Auflistungen, wie ein Fotograf kalkuliert, gibt es wie Sand am Meer-interessant allemal-bitte mal lesen. Aber ich bin Fotograf, meine Kunden interessiert nicht was ich Abschreiben muss oder wie viel am Ende übrig bleibt. Sie wissen nicht, dass man die Stundenzahl x 3 rechnen muss um dem Aufwand einer Hochzeit gerecht zu werden. Sie kennen nicht die Organisation dahinter oder die Kosten. Alles warum man gebucht wird passiert über Emotionen in Bildern. Und die hören ganz schnell auf bei einem Preis. Also muss eine Veranschaulichung her.

Tadddaaa:

Hochzeitsfotograf vs. Tante Tina. Eine Studie in Bildern. Für Handynutzer: bitte im im Querformat anschauen. Scrollen nicht vergessen.

 

Jenny’s Experiment 

Vorwort:

Mir ist bewusst, dass Fotografen meist ganz hinten in der „Preiskalkulation“ liegen. Warum? Weil für die meisten Paare andere Dinge im Vordergrund stehen die definitiv am Hochzeitstag bezahlt werden wollen. Location, Kleid, Essen, Blumendekoration, Ringe! All dies kommt vor einem Fotografen. Und am meisten liebe ich den Satz: „Sobald Dienstleister hören, dass es um Hochzeit geht schlagen sie das fünffache drauf!“ Mh, ach so! Dann kostet eine Location mit 5 Servicekräften, 2 Köchen und Gehilfen, gedeckten Tischen, Essen, Strom, Miete und toller Service eigentlich gar nicht so viel?! Na dann! Und die Floristin hat auch nicht mehrere Seminare und Weiterbildungen dafür belegt, dass Euer Strauß den ganzen Tag perfekt aussieht? Die Visagistin benutzt „DM“-Produkte? 

Und der Fotograf drückt eigentlich auch nur auf ein Knöpfchen. „Das kann Onkel Bob genauso gut! Wir brauchen keinen Fotografen der völlig unberechtigt überteuert ist“!

Ok! Challenge accepted.

 

Die Idee:

Meine Hochzeitssaison ist in vollem Gange und da dachte ich mir, ich trete den fotografischen Beweis an. Gar nicht so einfach, denn Bilder zu organisieren von Freunden der Brautpaare finde ich ziemlich unpassend als Vergleich. Da muss ich schon jemanden aus meinem Freundeskreis beleidigen. Also Tina anrufen! Wir nennen Sie in diesem Beispiel mal „Tante Tina“ – im Vergleich zu Onkel Bob der sonst immer fotografiert.

Tante Tina ist mir unglaublich ans Herz gewachsen und steht mir sehr nah-die verkraftet das, dachte ich mir. Außerdem hat Sie mich bereits auf Ihrer eigenen Hochzeit erlebt und weiß daher sehr gut wie ich arbeite. Ich wollte eine realistische Situation darstellen: ein echtes Brautpaar, echte Locations, echter Zeitdruck, fremde Menschen, ungewisses Wetter, schwieriges Licht. All dies womit ich mich jedes Wochenende gerne auseinander setze. Tina fotografiert nicht schlecht – das war auch nicht mein Ansporn! Ich wollte es nicht extra schlecht machen.  Dieses Experiment sollte realistisch sein. Sie hat eine gute Spiegelreflex-Kamera und weiß wo der Auslöser ist. Bingo! Leider hat Sie über die Zeit viel zu viel von mir gelernt aber das habe ich in Kauf genommen. Außerdem hatte Sie den großen Vorteil, dass Sie ständig an meiner Seite war, dass was Onkel Bob sonst natürlich nicht ist wenn er Eure Hochzeit fotografiert. Sie hatte also dieselbe Ausgangssituation und Position. Auch das habe ich in Kauf genommen aber dies ist der einzige Punkt der das ganze Experiment in meinen Augen etwas verfälscht, jedoch eher zu meinen Ungunsten.

 

Justina und Daniel haben im März geheiratet und ich danke den beiden unendlich, dass Sie mir ermöglicht haben, diesen Vergleich zu starten. Die zwei haben mich sehr kurzfristig angefragt, so dass es leider kein persönliches Kennenlernen vorab gab. Zuerst besuchten wir die Flora in Köln für eine kleine Paarsession. Von dort ging es direkt zur Kölner Standesamt Baustelle (Kölner wissen was ich meine). Da ein Sektempfang dort unmöglich war, fand dieser dann am Rhein statt. Also eine schöne kleine Dokumentation im engen Familienkreis. Perfekt für meine Studie mit Tante Tina.

Kritiker unter Euch nörgeln jetzt wahrscheinlich, dass meine Bilder ja bearbeitet sind und Tina Ihre nicht. Genau! Denn Tante Tina arbeitet auch nicht mit Lightroom und Photoshop. Onkel Bob sicherlich auch nicht. Tante Tina weiß wie sie ihren Laptop aufklappt – immerhin!

 

Fazit des Experiments:

Ich habe viel gelernt! Ja, tatsächlich. Denn das was ich tue ist mittlerweile so instinktiv, dass mir vieles gar nicht mehr bewusst ist. Die Schwierigkeiten von einer hellen sonnigen Außensituation in einen dunklen Raum, die Perspektive im Standesamt oder darauf zu achten, dass mein Paar die Augen offen hat oder der respektvolle Umgang bei der Trauung. Tante Tina hat mir gezeigt, dass es durchaus möglich ist, immer dann abzudrücken, wenn die Augen auch wirklich geschlossen sind. All dies (und noch 1000 Dinge mehr) sind es, die der Profi blind beherrscht. Hier zeige ich Euch einfach mal ein paar Bilder im Vergleich von Tante Tina, die sich wirklich viel Mühe gegeben hat, und mir natürlich.

Dieses Thema „Warum ein Hochzeitsfotograf engagieren“ ist so unendlich umfassend, dass ich stundenlang darüber schreiben könnte. Fakt ist: Nein, Ihr braucht keine Profis. Genauso wenig wie stilvolle Papeterie, eine tolle Location, perfektes Essen, Euer Traumkleid und selbstgeschmiedete Ringe. Alles was Ihr braucht, ist der Mensch an Eurer Seite den Ihr liebt an diesem Tag. Aber alles was bleibt, ist dieser Mensch und die Erinnerung in Euren Händen an die tolle Location, das perfekte Essen, Ihr in Eurem Traumkleid und die schönsten Ringe der Welt!

Also wofür Entscheidet Ihr Euch nun?

 

 

 Tante Tina / eine Ex-Braut erzählt uns Ihre Sicht vom Tag:

 

Jeder kennt diesen einen Moment, wenn sich das ganze Leben auf den Kopf stellt. Es beginnt meistens mit einer Frage. Wie zum Beispiel: „Willst du mein Freund sein?“, „Gehst du mit mir auf den Abschlussball?“, „Willst du mich heiraten?“ oder wie in meinem Fall „Willst du eine Hochzeit mit mir fotografieren?“.

Es war so:

An einem stinknormalen Tag mitten in der Woche erreichte mich eine Sprachnachricht von Jenny. Sie fing folgendermaßen an: „Hallo meine Liebe, ich wollte mal fragen was du am Donnerstag machst. Ich fotografiere da eine Hochzeit und ich wollte fragen, ob du mitkommst……“

Was?? Oh mein Gott! Ich werde Hochzeitsfotografin! Bin ich wirklich schon so weit? Habe ich mich in den letzten Monaten beim Hunde- mit- dem- Handy fotografieren so erheblich weiterentwickelt, dass ich jetzt sogar schon bereit für Hochzeiten bin? Ich meine, wie soll ich das mit meinem Job und dem Studium unter einen Hut bringen?

„……..Und zwar brauch ich Fotos wie Du sonst auch fotografierst!“ ging die Nachricht weiter. „Ich möchte gerne zeigen was der Unterschied zum Profi vs. Onkel Bob ist“. 

Aha. Danke. Nee, klar… gerne… hab ich Zeit…

Das war’s dann wohl mit der Hochzeitsfotografen Karriere.

Natürlich war in Wirklichkeit nur ein bisschen enttäuscht. Jeder wünscht sich so gut Fotos machen zu können, dass diese von anderen als solche erkannt und gewürdigt werden. Schön, denn damit wären wir beim Punkt: Wieso soll ich so einen Mammutbetrag für einen Fotografen ausgeben, wenn meine hochbegabte und schwer talentierte Verwandtschaft oder Bekanntschaft zum Nulltarif Bilder von meiner Hochzeit machen kann? Oder: Wo ist der Unterschied zwischen einem Hobbyfotografen und einem Profifotografen?

 

Wollen wir anfangen?

Gut! Für alle Hobbyisten unter euch: Es wird nicht leicht! Und für alle Brautpaare die das VOR ihrer Hochzeit lesen: GLÜCKWUNSCH!! Oh Mann, ihr ahnt ja nicht was für ein Glück ihr habt rechtzeitig zu erfahren, dass Bilder von Nicht-Profis einfach nicht dasselbe sind wie Hochzeitsbilder vom Profi!

Eins vorweg: Natürlich machen eure Freunde, Bekannte und Verwandte schöne Bilder. Bestimmt sind manche davon auch einen Tick besser als die von anderen und es gibt durchaus Menschen denen diese Gabe in die Wiege gelegt wurde. Eins werden sie jedoch nicht leisten können: Den perfekten Umgang mit jeder unvorhersehbaren Situation an Hochzeiten und die jahrelange Erfahrung mit Paaren, Wetter, Posing, Licht, Blende, Blitz, geöffneten Augen, Hintergründe mit Menschen kaschieren, gerade Bilder machen, scharfe Bilder machen etc. Ja, es scheiterte bei mir schon genau daran. Und wer jetzt sagt „naja, so perfekt muss es gar nicht sein. Es geht ja um unsere Liebe und die ist ja auch nicht perfekt“, der lügt schlichtweg!

Wenn das stimmen würde, wäret ihr nicht auf der Seite einer Hochzeitsfotografin. Richtig? Richtig! 

Wir tun jetzt mal alle so als sei ich eure Tante Tina auf eurer Hochzeit. Tante Tina hat eine Spiegelreflexkamera und zwei nicht ganz linke Hände. Außerdem weiß sie wo die Mitte ist. Schielen tut sie auch nicht und ihre echt miese Sehleistung hat sie mittels Kontaktlinsen korrigiert. Sieht doch eigentlich ganz gut aus. Wo ist denn dann das Problem?  Fangen wir also an. Wir haben einige Punkte abzuarbeiten. Wir beginnen mit dem ersten.

 

1. Wer bin ich? 

Eine schöne Idee die nahe Verwandtschaft Bilder schießen zu lassen. Dann bekommen die Bilder zusätzlich eine ganz persönliche Note, ne? Ist doch so, oder?  Möööp. Falsch. Entweder-oder: Entweder ihr ladet Gäste ein um euch von ihnen feiern zu lassen oder ihr gebt ihnen einen Job. Die Verwandtschaft fotografieren zu lassen ist wie wenn der Chef zu euch sagen würde: „Hey, genießt das Wetter heute, ihr könnt draußen arbeiten, auch gern was trinken, aber denkt dran: Abgabe ist in drei Stunden.“Klingt super entspannt, oder? Eben. Die arme Verwandtschaft.

Hochzeitsfotografen machen am Ende den Job den keiner als Gast machen will: Nüchtern bleiben und arbeiten. Dafür werden sie bezahlt! Ihr kauft euch neben wundervollen Erinnerungen auch unbeschwerte Gäste, die sich amüsieren dürfen. Niemand verbietet Tante Tina die Kamera zu zücken und für sich (und Euch) Erinnerungsbilder zu machen. Das soll sie sehr gerne tun. Seht dies als kleine Zugabe zu euren Fotos vom Profi. Auch Tante Tina wird hier und da ein tolles Bild machen, dass dem eines Profis in wenig nachsteht. Huhn und Korn. Das Prinzip ist bekannt.

Und spätestens wenn Tante Tina zu viel Korn hatte freut ihr euch, dass der Profi noch geradeaus gucken und die Kamera halten kann und vor allem will.

 

 2. Timing: das Timen, aufeinander abstimmen der Abläufe 

Das Timing! Herrliches Thema. Gerade Hochzeiten leben vom perfekten Timing. Wer jetzt immer noch behauptet, es muss nicht alles perfekt sein, den krieg ich hier: Zeig mir bitte Deine nicht-vorhandene Zeitplanung! HA! Siehste. Du weißt genau, wie lange der Frisör braucht um deine Frisur zu zaubern, der Weg von Zuhause zum Standesamt ist (im Brautauto und auf High Heels) und ob die Torte nachmittags oder um Mitternacht serviert werden soll. Und natürlich weißt du auch ganz genau, bei welchem Takt du die Kirche betrittst oder beim Hochzeitstanz mit dem linken Fuß zuerst aufs Kleid trittst. Das gehört alles zum Timing dazu.

Der Profi lässt sich Euren persönlichen Tagesablauf geben und bespricht die Details mit euch. Auch fährt der Profi, wenn möglich schon Tage vor der Trauung, zu eurer Location und macht sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut, damit am Hochzeitstag keine Verzögerungen seinerseits generiert werden. Auch weiß er genau wann die Sonne wo steht! Er hat mit den Trauzeugen jegliche Art von Überraschungen abgesprochen und hat immer eine Ersatzkamera dabei. Ihm geht der Akku nicht alle! 

Wenn Tante Tina eure Hochzeit fotografiert, kommt Sie zur Trauung und lässt sich überraschen. Sie ist ja schließlich eingeladen. Tante Tina liebt Hochzeiten und wartet zu gerne auf die Dinge die da kommen:

Ist aber auch aufregend so eine Hochzeit! Da weiß man auch gar nicht wo man zuerst hinguck…. ach ein Glas Sekt! Prima, das hab ich mir verdient! Und ist das nicht… JA! Ach Gott, den hab ich ja lang nicht mehr gesehen! Erstmal Hallo sagen….. „Mensch wie geht´s dir? Was machen die Kinder?“ Ich mach wieder Fotos sobald was passiert. 

Der Profi in der Zwischenzeit: Das Brautpaar steht nebeneinander und schaut sich tief in die Augen. Dieser unscheinbare Moment, wenn beide realisieren „wir sind verheiratet“ – festgehalten. Diese kleine Geste noch schnell eingefangen, wie er ihre Hand drückt bevor sie aus dem Auto steigen. Der liebevolle Blick den sie ihm schenkt, während er seinen besten Freund umarmt. Das Tränchen das der Papa verdrückt, obwohl er sich geschworen hat NIEMALS zu weinen. Das macht der Profi während Tante Tina mit alten Bekannten socialised und darauf wartet, dass endlich wieder was zum Fotografieren passiert. Auch geht der Profi nicht mal schnell aufs Klo während die gerührte Trauzeugin ihre Rede hält. Hätte Tante Tina vorher gewusst, dass die was sagen will, hätte sie natürlich eingehalten. Ehrensache. Ach, und Fotos mit geschlossenen Augen oder auf denen Euch Essen aus dem Gesicht fällt sind auch nur kurzzeitig lustig. Irgendwann kippt dieses Gefühl in „Schade“ um. Versprochen.

 

 3. Alles eine Frage der Einstellung 

Mit der Spiegelreflexkamera im Automatikmodus kann ja nix schiefgehen. Eine kleine Übersetzungshilfe an dieser Stelle: Automatikmodus bedeutet nicht: macht immer das passende zum richtigen Zeitpunkt. Draußen herrscht strahlender Sonnenschein, drinnen ist es eher dunkel. OK, ist ja auch ne Kirche. Tante Tina vertraut auf ihren Automatikmodus, während der Profi an seiner Kamera rum schraubt, die Decke fotografiert (oder was macht die da?) und sonst was macht. Gut, ein bisschen Show muss ja auch sein, denkt sich Tante Tina und knipst fröhlich im Automatikmodus vor sich hin. Bei ihr ist wenigstens der Blitz an in der Kirche. Darf man doch, oder? 

Mist, der Pfarrer will, dass ich den Blitz ausschalte. Mal schnell jemanden gefragt wie das geht und schon kann es weitergehen!

Um euch nicht mit Details zu quälen von denen ich genauso viel Ahnung habe wie Ihr: das wird nix. Stichworte hier wären Belichtungszeit, Blende, Tiefenschärfe und viele andere. Ich kann euch nur aus eigener leidlichen Erfahrung mitgeben, dass die Tante Tina Bilder, wenn überhaupt nur in dreieinhalb Mal fünf Zentimetern gut aussehen, nämlich genau so lange wie man nicht reinzoomt und feststellt, dass die Hälfte der Bilder unscharf ist. Gerne hat der Blitz auch all das in helles totes Weiß getaucht, das normalerweise für den Transport von Emotionen gedacht ist (Gesichter eben) oder der wolkenbetupfte strahlendblaue Himmel ist eine einzige ausdruckslose Masse. Und egal wie viel Mühe ich mir gegeben habe den ersten Kuss als Ehepaar festzuhalten…naja, das Ergebnis seht Ihr ja. Der Moment wäre damit für immer hinüber gewesen.  Sich auf ständig wechselnde Gegebenheiten einzustellen ist halt nicht jedermanns Sache und das geht schon gar nicht automatisch. Wollen wir wirklich über Tante Tina-Bilder in der Abenddämmerung oder bei Wunderkerzenschein sprechen? Nicht wirklich, ne?

 

 

4. Und wie groß ist deine? 

Das Equipment. Auch hiervon hab ich keine Ahnung. Eine kleine Anekdote soll hier Abhilfe schaffen: An der eingangs erwähnten Hochzeit konnten das Brautpaar und ich im direkten Kameradisplay-Vergleich bereits erhebliche Unterschiede zwischen Jennys und meinen Fotos feststellen. Um die Spannung nicht zu zerstören erkläre ich an dieser Stelle nicht, wessen Bilder besser waren: Jennys oder meine. Nichtsdestotrotz wollte ich das nicht allein meinen Qualitäten als Fotografin zuschreiben lassen also behauptete ich selbstsicher, dass dies unter anderem auch an der Kameraqualität liegen müsste. Jennys Antwort war: „Das Equipment ist so was von egal“… (würde ich auch behaupten, wenn ich so Kameras hätte wie sie),… „ich mache dieselben Bilder mit deiner Cam. Ach und Nikon zu Canon spielt dabei genauso wenig eine Rolle wie Düsseldorf zu Köln! „

„Das Bild wird hinter der Kamera gemacht!“  Bäääm, das saß! 

Im Umkehrschluss bedeutet dies leider auch: Tante Tina macht mit der 5000 Euro Kamera dieselben Bilder wie mit der Einwegkamera.Der Beweis steht noch aus. Freiwillige vor! Ausstattung ist eben nicht alles, man muss auch wissen wie man damit umgeht.

 

5. Umarmt mal den Baum!

Hochzeitsbilder… das sind doch solche, auf denen alle gemeinsam in die Kamera lächeln und sich freuen!? Ganz verrückte Dinge kann man auch auf Hochzeitsbildern tun: Autos auf Feldwegen schieben, Herzchen mit den Fingern auf dem Rücken der Braut formen, an der Krawatte den geliebten Gatten zum Altar schleifen, Bäume umarmen, so tun als wäre man Kate Winslet und Leonardo DiCaprio oder man stellt sich so versetzt hin, dass der Bräutigam in die Hand der Braut passt- alles in schwarz-weiß natürlich und nur die Luftballons bunt! 

Nee, was haben wir gelacht. Kann man machen. Macht der Profi auch wenn man ihn darum bittet (oder zwingt).

Der Profi versucht nicht Motive und Momente zu erzwingen, sondern er sieht und verarbeitet sie! Natürlich gibt er auch mal Anweisungen wie: „Halte den Blumenstrauß was tiefer“, „Jetzt dreht euch zueinander“, so was eben. Würde er es nicht tun wäre er wieder Tante Tina. Die sagt das nämlich nicht. Dann hat die Braut den Strauß auf Gesichtshöhe, der Bräutigam guckt wie ein bekiffter Hamster, die Gäste haben Luftballons vor den Gesichtern. Aber schön war’s, gell.

Die schönsten Bilder sind immer die, die so natürlich wie möglich aussehen. (Essen ist natürlich, aber nicht schön.) Um Motive und Momente müsst ihr euch bei einem Profifotografen keine Sorgen machen. Die besten Bilder werden ohnehin die werden von denen ihr nicht mal wisst, dass sie geschossen werden.

 

 

6. Sollen wir, oder sollen wir nicht? 

Wer sich jetzt für ganz doll clever hält und denkt: „Ha! Dann kriegt Tante Tina einen VHS Kurs in Fotografie geschenkt. Das ist immer noch billiger als der Profi!“ Dem sei gesagt: Wenn Tante Tina so toll fotografieren könnte und wollte müsstet ihr sie nicht zum VHS Kurs schicken. Denn den hätte sie schon längst gemacht! Auf deutschen Straßen hat (hoffentlich) auch jeder einen Führerschein der euch entgegen kommt und trotzdem kann nicht jeder Autofahren.

Es mag diese Mozarts unter den Hobbyfotografen geben, aber wollt ihr das wirklich an eurem Hochzeitstag ausprobieren? 

Vergleicht Fotografen und deren Bilder. Seht Ihr ganze Reportagen mit Gästen oder nur perfekt inszenierte Bräute in tollen Hotelzimmern? Sind die Bilder authentisch oder auf Seminaren entstanden? Lebt der Fotograf davon oder macht er dies nur als Nebenjob neben dem Hauptberuf? All dies beeinträchtigt den Preis und die Qualität.  Schaut euch Hochzeitsbilder an und fragt euch: Will ich das? Sollen so unsere Bilder aussehen, die in 50 Jahren in unserer Eiche Brutal Schrankwand stehen?

Der Tag wird kommen an dem wir uns für unsere Kleider, Anzüge und Frisuren schämen werden. Hoffentlich! Denn das bedeutet, dass wir älter geworden sind, dass wir uns verändert und weiterentwickelt haben. Doch sollten diese Erinnerungen nicht so festgehalten werden wie wir sie erlebt haben? Wäre es nicht schön diesen wichtigen Tag, der mit so viel Liebe geplant und herbeigesehnt wurde, auch Jahre später mit den Bildern in den Händen immer wieder neu zu erleben. Wer sich an dieser Stelle (berechtigterweise) fragt: Ja, und inwiefern hat das jetzt ihr Leben verändert? Die Antwort ist: Mein Respekt vor diesem Job hat sich verändert. Und ich weiß jetzt zweimal, dass es das einzig richtige war einen Profi zu buchen. (Ein schönes Gefühl. Das kannst du auch haben.)

 

Es geht bei der Hochzeitsfotografie nicht lediglich um Fotos. Es geht um Vertrauen und Verantwortung um Hingabe und Fallen lassen, um Erinnerungen und die schönsten Emotionen. Ich bin so unendlich dankbar, dass wir uns vor einem Jahr für einen Profi entschieden haben, als es um unsere Hochzeitsbilder ging. Wir haben wundervolle Erinnerungen an einen Tag den wir niemals vergessen werden. Und glaubt mir- richtig Emotional wurde ich erst beim betrachten meiner Bilder! Erst dann, wenn alles irgendwie verarbeitet und real geworden ist, kommen die Emotionen. 

Seit meinem „Ausflug“ in die Welt der  Hochzeitsfotografie an diesem Tag bei Justina und Daniel weiß ich umso mehr, was ein Fotograf leistet und leisten muss. Es geht um so viel mehr als teure Kameras, Kreativität und Können. Ich habe gesehen, dass die Entscheidung für einen Profi (insbesondere Jenny) damals die einzig richtige war. Der Hochzeitstag wird sich so nie mehr wiederholen. Nie wieder. Never ever. Es gibt quasi nur diese eine Chance. Zwölf Monate nach unserer Hochzeit weiß ich nicht mehr was ich gegessen habe aber ich kann es mir auf unseren Hochzeitsbildern anschauen. Auf eben diesem Bild, auf welchem ich meinen Mann mit diesem Blick anschaue der nicht weniger sagt als:

„Wow, dich habe ich eben geheiratet!“

 

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Bis dahin,

Eure Ex-Braut und Versuchskaninchen „Tante Tina“

 

Und wer jetzt Tinas Bilder sehen will- Hier gehts lang. 

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